Erleichterungen der Gartenarbeit im Alter und für Schwerbehinderte

 

Keiner wird jünger und für einige unserer Gartenfreunde kommen zum Alter auch noch körperliche

Behinderungen oder einfach Beschwerden dazu, die einem das Gärtnern schon vermiesen können.

Ich selber bin zu 100% schwerbehindert und daher immer auf der Suche nach Lösungen, die auf viele Gartenfreunde anwendbar sind.

 

Inhaltsverzeichnis :

·          Pillensaat

·          Hochbeet

 

- Pillensaat


Für Rheuma- und Gichtkranke ist es oft nicht leicht, feinen Samen (z.Bsp. Salat, Tomaten und viele andere)

mit den Fingern zu fassen und dünn auszusäen. Zusätzlich machen Pikieren und Vereinzeln große Mühe.
Daher habe ich nach Alternativen gesucht und in den verschiedenen Garten-Katalogen Pillensaat und Saatbänder entdeckt.

Nun sind aber diese Saatformen sehr teuer und nicht für alle Sorten im Angebot.

Fazit : Saatbänder gingen zumindest bei mir nicht gut  und waren mir auch zu teuer !

Was nun tun ?

Scharf nachdenken und eine Lösung finden. Heilerde war das Wort des Tages !

In Apotheken und Drogerien kosten etwa 500 Gramm ca. EUR 4,25 - das reicht bestimmt für 3-4 Jahre !


Aus Heilerde und Wasser habe ich eine Paste angerührt, die ich gut verarbeiten kann.
Aber aufgepasst, nicht zu fest anrühren, sonst kann es mit dem Keimen Probleme geben.
Aus der angerührten Masse kleine Rollen formen und dann in erbsengroße Stücke teilen.

Diese etwas flachdrücken und das Samenkorn darin locker einhüllen.

Trocknen lassen und Tütchen beschriften bitte nicht vergessen.

Eine feine Arbeit für Wintermonate und wenn es mit der Fingerfertigkeit etwas hapert,

können Familienmitglieder und/oder Freunde einspringen und helfen.
Sollten die Eingehüllten nicht reichen, kann natürlich jederzeit nachgearbeitet werden.
Die Eingehüllten werden nun ganz normal ausgelegt. Die Anweisungen auf den Samentüten gelten nach wie vor.
Einzige Änderungen sind: Nach dem Auslegen vorsichtig stark gießen, mit Erde bedecken und nochmals stark wässern.

Die Keimzeit kann um 1-2 Tage verlängert sein.

 

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- Hochbeet

Mit einem Rollstuhl oder wenn das Bücken schwer fällt, sind eigentlich Hochbeete angesagt, für Rollstühle natürlich ganz besondere :

Sie sehen aus, wie zwischen Vierkantpfosten aufgehängte überdimensionale Blumenkästen.
Das besondere ist, das man mit dem Rollstuhl darunter fahren kann und sich nicht seitwärts abmühen muss.
Die Bodenplatte der großen Blumenkästen kann also der Unterfahrhöhe des Rollstuhles angepasst werden.
Um Staunässe zu vermeiden, werden zwei Reihen Löcher im Abstand von ca. 40 cm in die Bodenplatte gebohrt

und mit Wasserspeichermatten ausgelegt. Jetzt kann die entsprechende Erde eingefüllt werden.

Die Länge eines solchen Hochbeetes ist natürlich variabel, je nach Gartengröße.
Die Breite sollte aber die doppelte Armlänge nicht überschreiten, eher 10 cm weniger.

Auch die Tiefe eines so großen Blumenkastens ist variabel, sie hängt davon ab, was gesät und gepflanzt

werden soll und wieder, wie lang die Arme sind. Für Schwarzwurzeln oder lange Rettiche jedoch nicht geeignet.
Von allen Seiten unterfahrbar wäre ideal.

Wichtig ist auch, unter dem Hochbeet den Weg gut zu befestigen, damit der Rollstuhl nicht einsinken kann.

 

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Vielleicht bekommen durch diesen Tipp einige wieder Spaß oder sogar erstmals Lust am Gärtnern.